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Claudia Brefeld                                                                     artgerecht & ungebunden



 

Claudia Brefeld: Speckstein Skulpturen
 


 

 

Speckstein (wissenschaftlich Steatit genannt, wird auch als Talk, Talkschiefer oder Seifenstein bezeichnet - im Mittelalter nannte man ihn Talcus) ist ein Naturstein, der sehr verschiedenartig zusammengesetzt sein kann. Hauptsächliche Bestandteile sind die Mineralien Talk, Chlorit, Magnesit und Serpentin. Die Zusammensetzung beeinflusst seine Härte und Farbe. Er ist der weichste Stein unter den Mineralien (Härtegrad 1) und lässt sich sogar mit dem Fingernagel einritzen. Aufgrund des Blattstrukturcharakters, dessen einzelne Schichten sich verschieben lassen (ähnlich wie bei Graphit), ergibt sich eine leichte Bearbeitung des Materials und ist somit hervorragend für das skulptierende Gestalten geeignet. Dank seiner großen Dichte und seines hohen spezifischen Gewichtes lässt er sich gut glätten und polieren. Die Farbskala reicht von weiß über rosa, violett, grau, grün, braun bis schwarz. Aber beim Bearbeiten wird man hier recht schnell qualitative Unterschiede feststellen. Weicher und rissärmer sind zum Beispiel die bräunlichen und beigefarbenen Steine. Im Gegensatz dazu verhalten sich schwarze und graue Varianten etwas widerspenstiger, lassen somit eine Bearbeitung mit schlagenden Werkzeugen zu. Risse und kleinere härtere Einschlüsse sind beim Bearbeiten schwer einzuschätzen und bescheren unliebsame Überraschungen. Im Gegensatz dazu bieten sich neben der vorgegebenen Gesteinsform auch die Farbe und vor allem die Maserung zum Einbeziehen in die Gestaltungsabsicht an.

 

 

 

 

Speckstein findet man weltweit in riesigen Vorkommen, wie z. B: Ägypten, Brasilien, China, Frankreich, Finnland, Indien, Italien, Kanada, Norwegen, Österreich, Russland, Ukraine, Südafrika und auch in Deutschland. Er unterscheidet sich durchaus regional in seiner Härte und Brüchigkeit, sodass nicht alle Qualitäten für die Bildhauerei geeignet sind. Ideal für die plastische Gestaltung ist das Material aus Ägypten, Australien, Brasilien, China, Indien, Kanada, Russland und Thailand.

 

 

 

 

In China spielt Speckstein schon seit Jahrtausenden eine wichtige Rolle in der traditionellen Kunst. In Mesopotamien wurden Rollsiegel aus Speckstein hergestellt, im Iran fand man Speckstein-Gefäße aus dem 3. Jahrtausend vor Christus. Auch der griechisch-mykenischen Kultur diente er als Rohstoff für die Herstellung von Siegeln und Gefäßen  In Afrika kennt man die Bildhauerei in Speckstein etwa seit dem 11. Jahrhundert, sei es aus dem alten Zimbabwe, oder aus den alten Königreichen Bullom und Terre (15. und 16. Jahrhundert), wie Funde von menschlichen Figuren und Tiergestalten belegen, die wohl aus dieser Epoche stammen. Die kanadischen Enuit verarbeiteten Speckstein früher nur zu Tranlampen und auch den Wikingern war er bekannt. Sie verwendeten ihn hauptsächlich zum Herstellen von Gebrauchsgegenständen. Speckstein erlangte aber erst im 20. Jahrhundert in Europa eine gewisse Bedeutung.

Abgesehen vom künstlerischen plastischen Gestalten, findet Speckstein auch im technisch-industriellen seine Verwendung, u. a. als Isoliermaterial, Wärmespeicher und Schalldämpfer, sowie in der Kunststoff- und Keramikindustrie, aber auch bei der Herstellung von kosmetischen Produkten.

 

 

 

 

Wichtige Hinweise (Schutzmaßnahmen) zum Bearbeiten von Speckstein findet man unter:

http://www.baua.de/nn_34490/de/Themen-von-A-Z/Gefahrstoffe/Arbeiten-mit-Gefahrstoffen/Speckstein.html__nnn=true

BAuA = Bundesamt für Arbeitschutz und Arbeitsmedizin: Arbeiten mit Gefahrenstoffe

 

 

 

Literatur:

 

Gerstäcker - Künstlerbedarf (Stand 29-11-2006):

http://www.gerstaecker.de/gerstaecker_4963.html

 

Wikipedia - Speckstein (Stand 29-11-2006):

http://de.wikipedia.org/wiki/Speckstein

 

Renate Reher: Speckstein - Köpfe, Masken und Figuren

Englisch Verlag